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Als '''Staatsforst''' oder '''Staatswald''' werden Wälder im staatlichen Eigentum bezeichnet.

Die historische Bezeichnung ist '''Forstärar''', als Teil des Ärars, so die historische Bezeichnung für den Staatsbesitz.

Deutschland

Staatswald ist in Deutschland nach §?3 Absatz?1 des es.

Nach den Erhebungen der (BaySF) bewirtschaftet werden.<ref name="Polley; Hennig">H. Polley, P. Hennig: ''Waldeigentum im Spiegel der Bundeswaldinventur.'' In: ''AFZ-DerWald.'' 6/2015. (online)</ref>

Entwicklung in Deutschland

Das Frankenreich

Die erste Staatsgründung, die das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland erreichte, war das Frankenreich. Regenten waren die Könige der Merowinger (482?714) und Karolinger (714?843). Der König war Großgrundbesitzer und Eigentümer der natürlichen Wälder (silvae) und der bewirtschafteten Wälder (forestes).
Das Frankenreich wurde 843 im Vertrag von Verdun geteilt in das Westfrankenreich unter König Karl II., in Lotharingien unter Kaiser Lothar I., und in das Ostfrankenreich, zwischen Rhein und Saale/Elbe, unter König Ludwig II.
Ihren Großgrundbesitz, und damit auch die Waldungen, übertrugen die Könige oft auf geistliche und weltliche Grundeigentümer, meist im Fürstenrang. Neben den 92 geistlichen und 22 weltlichen Fürsten erwarben auch niederrangigere weltliche Grundherren, Domkapitel, Chorherrenstifte, und die ab 752 gegründeten Städte Wälder.
Von den karolingischen Wildbanndistrikten gingen der Hochwald im Bereich Saar/Mosel/Nahe zwischen 802 und 895 an den Erzbischof von Trier, die Wildbanndistrikte Aachen 1342 teilweise an die Territorialherren von Jülich und Montjoie, der Lorscher Wildbann an das Bistum Worms und 1002 an das Kloster Lorsch. Der Zanderhart ging 1013 an das Hochstift und das Kloster Fulda; der Steigerwald 1023 an das Hochstift Würzburg. Auch die karolingischen Königshöfe gingen mit ihren Waldungen an geistliche Grundherren. Der Kondelwald zwischen Saar und Mosel ging 752 an das Kloster Echternach. Der 882 erworbene Königshof Kreuznach und der 974 erworbene Königshof Ingelheim gingen 1065 an das Hochstift Speyer und 1025 an den Grafen von Sponheim.

Fürsten werden Landesherren

König Heinrich und Kaiser Friedrich II. erkannten 1231 und 1232 im Statutum in favorem principum an, dass die geistlichen und weltlichen Fürsten Landesherren, domini terrae, sind. Heinrich und Friedrich verzichteten auf Hoheitsrechte, wie auf ihrem Gebiet Festungen zu bauen, Richter zu ernennen, Münzen zu prägen und Handel und Verkehrswesen zu regeln. Die königlichen Rechte, darunter auch das Waldeigentum, gingen auf die geistlichen und weltlichen Fürsten über.

Stadtwälder

Im 13., 14. und 15. Jahrhundert floss in den Städten das Geld zusammen. Landesherren und andere Grundherren empfingen Darlehen von den Städten und verpfändeten neben ihren Fronhöfen und Bergwerken auch ihre Wälder. So kaufte die Stadt Görlitz zwischen 1463 und 1492 die Waldungen der in Vermögensverfall geratenen Familie von Penzig. Der Kommunalwaldanteil liegt heute bei 20 Prozent.

Säkularisation

Die Reformation ermöglichte die schon vorher für notwendig angesehene Einziehung des Kirchenguts. 1525 wandelte Herzog Albrecht von Brandenburg das Deutschordensland in das weltliche Herzogtum Preußen um. Die Markgrafen von Brandenburg hoben die Bistümer Brandenburg, Havelberg und Lebus auf, ebenso die Klöster Chorin, Himmelpfort und Lehnin.
In Württemberg wurden große Klöster eingezogen, wie Hirsau, Maulbronn, Lorch und Murrhardt; der Landesherr war der größte Grundeigentümer in seinem Staat.
Im albertinischen Sachsen wurde das Bistum Meißen eingezogen, ebenso die Klöster Altenzella und Meißen. Herzog Moritz nahm 1546 das Kirchenvermögen endgültig in das sein landesherrliches Eigentum.
Im 16. Jahrhundert blühten die Kupfer-, Silber-, Blei-, und Eisenhütten auf. Ihre Grundlage waren Bergbau und Waldwirtschaft. Die vielen konkurrierenden Bedürfnisse nach Holz, von Bauholz über Holzkohle bis zum Hausbrand, führten im 16. und 17. Jahrhundert zu einer Vielzahl von Forst- und Waldordnungen, die einem Ausgleich der Interessen, und auch dem fiskalischen Interesse der Landesherrschaften dienen sollten.

Verdichtung der Landesherrschaft zum Staat

Der dreißigjährige Krieg brachte die Rechte der Landesherren nicht zu Fall; während des Krieges verlorengegangene Rechte wurden im Frieden von Münster und Osnabrück vom 24. Oktober 1648 wiederhergestellt.
Preußen vereinnahmte unter Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1640?1688) die Erträge aus sämtlichen Domänen durch die staatliche Verwaltung.

Neuordnung Europas

Napoleon ordnete Deutschland neu: Baden, Württemberg, Bayern, Hannover, Sachsen und Preußen wurden zu arrondierten Mittelstaaten. Die Mittelstaaten außer Sachsen wurden um zahlreiche kleinere Territorien vergrößert. So entstand der private Adelswald. Unter dem Vorwand der Entschädigung für ihre Verluste auf der linken Rheinseite konnten die verbliebenen Landesherren aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses vom 25. Februar 1803 schon lange ersehntes Kirchen- und Klostergut einziehen.
In Bayern wurden die Domänen durch die Verfassung von 1818 als Staatsgut anerkannt; in Württemberg durch die Verfassung von 1819. Preußen übertrug die Regelung des Allgemeinen Landrechts für die Preußischen Staaten auch auf hinzugekommene Güter. Baden erklärte in der Verfassung von 1818 die Domänen zum Patrimonialbesitz des Großherzogs, der nur mit Einwilligung der Stände veräußert werden durfte. Sachsen erkannte die Domänen in der Verfassung vom 4. September 1831 als Staatsgut an. Hannover folgte 1848.
1776 machte der Begründer der Nationalökonomie, Adam Smith, darauf aufmerksam, dass in vielen Staatswaldungen kein einziger Baum mehr zu finden sei, und es besser sei, den Staatswald an tatkräftige Privatleute zu verkaufen und damit die Staatsschulden zu verringern.

Danach vermehrten sich die Staatswaldflächen insgesamt wieder: In Preußen vermehrten sich die Staatsforste zwischen 1820 und 1865; in Bayern blieben sie zwischen 1844 und 1859 fast konstant. In Württemberg vermehrten sie sich zwischen 1804 und 1855 leicht. In Baden vermehrten sich die Staatsforste zwischen 1837 und 1870, ebenso in Sachsen zwischen 1807 und 1859.
Auf dem Wiener Kongress 1815 ordneten die Großmächte nach den Napoleonischen Kriegen, die staatlichen Verhältnisse in Europa zum zweiten Mal in kurzer Zeit neu. Für Deutschland wurde der Deutsche Bund der souverainen Fürsten und freien Städte Deutschlands vereinbart. Der Deutsche Bund griff nicht in die Vermögensrechte der Mitgliedstaaten ein. Die Paulskirchenverfassung vom 28. März 1849, die nicht in Kraft trat, weil Preußen sie ablehnte, sah ebenfalls keinen Eingriff in die Vermögensrechte der Einzelstaaten vor.

Der Staatsforst im Nationalstaat

Nach der Auflösung des Deutschen Bundes am 28. Juli 1866 wurde am 17. April 1867 der Norddeutsche Bund für die deutschen Staaten nördlich der Mainlinie gegründet. Die Verfassung dieses ersten deutschen Nationalstaates verminderte nur die Hoheitsrechte, nicht die Vermögensrechte der Länder. 1870 traten die süddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund bei, der wenig später die Bezeichnung Deutsches Reich erhielt. Auch als Gliedstaaten des neuen Bundesstaates behielten die Länder ihre Vermögensrechte, darunter auch das Waldeigentum. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 trat am 14. August 1919 die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Die Weimarer Reichsverfassung griff lediglich in das Postvermögen
und das Eisenbahnvermögen ein,

Der Staatsforst in zwei deutschen Staaten

Westzonen und Westdeutschland

Durch die bedingungslose Kapitulation 1945 gingen weder das Reich noch die Länder unter, da das Reich nicht annektiert wurde. Unter der Besatzungshoheit wurden einige Länder fortgeführt, so Bayern, Thüringen, Sachsen. Baden und Württemberg wurden gleichzeitig geteilt und fusioniert in Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern, und später fusioniert zu Baden-Württemberg. Aus Preußen herausgelöst wurden Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Das Waldeigentum ging auf die neugebildeten Länder über. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Wälder der deutschen Bundesländer überwiegend durch Landesverwaltungen bewirtschaftet, die neben Verwaltung, Pflege und Nutzung der Landeswaldungen auch hoheitliche Aufgaben zu erfüllen hatten und für die Beratung und Förderung im Privat- und Körperschaftswald zuständig waren (nur Bundesländer mit Einheitsforstverwaltungen). In Bundesländern ohne Einheitsforstverwaltungen erfolgte die Beratung, Betreuung und Förderung seit je ohne Beteiligung der sich heute in Auflösung befindlichen Staatsforstverwaltungen.

SBZ und DDR: Von der Beschlagnahme zum Volkswald

Die sowjetische Militäradministration beschlagnahmte am 30. Oktober 1945 in ihrer Besatzungszone das gesamte Eigentum des deutschen Staates.

Vom Volkswald zum Länderwald

Nach der politischen Wende 1989 wurden mit dem Ländereinführungsgesetz vom 22. Juli 1990 fünf neue Länder im Wege der Zusammenlegung der Bezirksterritorien vorgesehen.
Das volkseigene Forstvermögen wurde mit Rechtsverordnung vom 29. August 1990 der am 17. Juni 1990 gegründeten Treuhandanstalt zur zeitweiligen treuhänderischen Verwaltung übergeben.

Restitution des Staatsforsts in Sachsen

Der Regierungsbevollmächtigte des Bezirks Dresden beauftragte am 21. September 1990 eine aus eigener Initiative zusammengetretene Arbeitsgruppe Forstwirtschaft der drei sächsischen Bezirke damit, die Grundstücke und Objekte aufzulisten, die in das Eigentum des künftigen Landes Sachsen übergehen sollten.

Gegenwärtige Entwicklung

Erst in den vergangenen Jahren wurden vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage in Bund und Ländern Anstrengungen zur Reorganisation der oft defizitären Landesforstverwaltungen unternommen. Heute werden die Staats- und Landesforste der deutschen Bundesländer teils weiterhin durch unterschiedlich organisierte staatliche Verwaltungen (Bsp. Baden-Württemberg, Thüringen) bewirtschaftet, teils aber auch durch Unternehmen oder Betriebe im Eigentum des jeweiligen Landes (Bsp. Niedersachsen, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen). Neben der ökonomischen Funktion spielen heute bei der Staatswaldbewirtschaftung ökologische und soziale Aspekte der Forstwirtschaft eine hervorgehobene Rolle, die von jeher auch von anderen Eigentumsformen berücksichtigt wurden. Die besondere Bedeutung dieser so genannten Wohlfahrtswirkungen der Waldwirtschaft findet ihren Niederschlag in den Waldgesetzen der Länder, die die besondere Berücksichtigung des allgemeinen Wohls als Vorgabe für die Staatswaldbewirtschaftung festschreiben. Diese Gemeinwohlorientierung schlägt sich im finanziellen Betriebsergebnis nieder. Vorsichtig geschätzt lag das Defizit staatlicher Forstverwaltungen vor den letzten Reformen bei 75 Euro pro Jahr und Hektar.

Bundesforst

Der Wald im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland wird, obgleich auch Staatsforst, zumeist als ''Bundesforst'' bezeichnet. Die Wälder im Eigentum des Bundes werden von der Bundesforstverwaltung, einer Sparte der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben betreut. Der Bundeswald befindet sich vor allem auf militärisch genutzten Flächen und entlang von Bundeswasserstraßen und Autobahnen. Bundeswald unterliegt deswegen meist einer besonderen Zweckbestimmung, an der sich die forstliche Betreuung auszurichten hat. So erfüllt beispielsweise Wald auf militärischen Liegenschaften einerseits wichtige Schutzfunktionen, um das zivile Umfeld vor den Belastungen des Übungsbetriebes zu schützen (Lärm-, Staubschutz). Andererseits hat er große Bedeutung für die übende Truppe im Rahmen des Ausbildungsszenarios (?Bühnenbildfunktion?).

Landesforste

Österreich

In Österreich gibt es nach den Kataster?auswertungen von 2013 46.645 Hektar Landeswald, was einem Anteil von nur 1,3 Prozent der österreichischen Gesamtwaldfläche von 3.689.095 Hektar entspricht. 538.819 Hektar bzw. 14,8 Prozent werden von der Österreichischen Bundesforste AG (ÖBF) bewirtschaftet oder befinden sich im sonstigen öffentlichen Eigentum (Gemeindewald, Besitz von Tochterfirmen der Gebietskörperschaften).
Die österreichische Waldinventur (ÖWI) erfasst den Wald nach anderen Kriterien als das Kataster, und weist für den Erhebungszeitraum 2007 bis 2009 eine Gesamtwaldfläche in Österreich von 3,991 Millionen Hektar aus. Rund 593.000 Hektar und 14,8 Prozent werden danach von der Österreichischen Bundesforste?AG bewirtschaftet
(der hohe Anteil an Privatwald, einschließlich Kirchenwald, ist für Österreich charakteristisch).

Der Staatswald in Österreich geht auf das k.k.?Forstärar zurück, unter Einschluss des Privatwalds der enteigneten Habsburger.

Frankreich

In Frankreich besteht die Forêt domaniale.

Polen

Die Wälder Polens umfassen 9.163.800 Hektar und bedecken damit 29,3 Prozent der Landesfläche. Über 80 Prozent der Waldfläche befindet sich im Staatseigentum. 7.279.654 Hektar bzw. 77,3 Prozent der polnischen Waldfläche werden von den Polnischen Staatsforsten (''Lasy Pa?stwowe'') verwaltet.

Schweiz

In der nehmen die eigentlichen ''Staatswaldflächen'' nur rund 5 Prozent der Schweizer Waldfläche ein. Dazu kommen noch 93.495 Hektar übrige, gemischte, öffentliche Waldflächen.

USA

In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es 155 National Forests, die vom United States Forest Service verwaltet werden und insgesamt rund 769.000 km² Land umfassen. Darüber hinaus verfügen einzelne Bundesstaaten, wie zum Beispiel Connecticut über eigene ''State Forest''s, die zusammen mit den State Parks verwaltet werden und je nach ursprünglicher Bestimmung zur Holzgewinnung, zu Forschungs- und Schulungszwecken und dem Umweltschutz dienen.

Literatur zu Waldeigentum in Deutschland

  • August Bernhardt: ''Geschichte des Waldeigentums'', Band 1, Berlin 1872.
  • August Bernhardt: ''Geschichte des Waldeigentums'', Band 2, Berlin 1874.
  • August Bernhardt, ''Geschichte des Waldeigentums'', Band 3, Berlin 1875.
  • Otto Depenheuer / Bernhard Möhring (Hrsg.): ''Waldeigentum''. Heidelberg u.?a. 2010.
  • Werner Frotscher / Bodo Pieroth: ''Verfassungsgeschichte''. 14. Auflage München 2015.
  • Karl Hasel / Ekkehard Schwarz: ''Forstgeschichte: Ein Grundriss für Studium und Praxis'', 3. Auflage Remagen 2006.
  • Ernst Ulrich Köpf (Hrsg.): ''Dokumentation zu Wald und Forstwirtschaft im Freistaat Sachsen vor und nach der gesellschaftlichen Wende 1989/90 aus Sicht von Zeitzeugen'', Remagen-Oberwinter 2015.
  • Albrecht Milnik: ''In Verantwortung für den Wald'', 2. Auflage Remagen-Oberwinter 2013.
  • Karl-Reinhard Volz: ''Der Deutsche Wald'', Der Bürger im Staat, Stuttgart, Heft 1/2001.

Weblinks

Einzelnachweise