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Startseite > Baum

Als '''Baum''' (im verstanden, die aus einer Wurzel, einem daraus emporsteigenden, hochgewachsenen Stamm und einer belaubten Krone besteht.

Etymologie

Die Herkunft des westgerm. Wortes mhd., ahd. ''boum'' ist ungeklärt. Zum engl. ''tree'' siehe Teer. ''Baum'' als Begriff ist Teil der Swadesh-Liste.

Definition und taxonomische Verbreitung

Die Botanik definiert Bäume als ausdauernde und verholzende Samenpflanzen, die eine dominierende Sprossachse aufweisen, die durch an Umfang zunimmt. Diese Merkmale unterscheiden einen Baum von , Farnen, Palmen und anderen verholzenden Pflanzen. Im Gegensatz zu ihren entwicklungsgeschichtlichen Vorläufern verfügen die meisten Bäume zudem über wesentlich differenziertere Blattorgane, die mehrfach verzweigten Seitentrieben (Lang- und Kurztrieben) entspringen. Stamm, Äste und Zweige verlängern sich jedes Jahr durch Austreiben von End- und Seitenknospen, verholzen dabei und nehmen kontinuierlich an Umfang zu. Im Gegensatz zum Strauch ist es besonderes Merkmal der Bäume, dass die Endknospen über die Seitenknospen dominieren (Apikaldominanz) und sich dadurch ein vorherrschender Haupttrieb herausbildet (Akrotonie).

Baumförmige Lebensformen kommen in verschiedenen Pflanzengruppen vor: ?Echte? Bäume sind die unter den Bedecktsamern und die baumförmigen Nacktsamer, zu denen Nadelholzgewächse wie die Koniferen gehören, aber auch ''Ginkgo biloba'' (als einziger noch existierender Vertreter der Ginkgogewächse) sowie zahlreiche Vertreter der fiederblättrigen Nacktsamer (Cycadophytina). Eigentümlichster Baum ist wohl die in Namibia vorkommende ''Welwitschia mirabilis'', deren Stamm im Boden verbleibt. Daneben können auch die Palmen und die Baumfarne eine baumähnliche Form ausbilden. Diese Gruppen besitzen aber kein echtes Holz (sekundäres Xylem) und gelten daher nicht als Bäume. Eine Sonderstellung nimmt der Drachenbaum (''Dracaena'') ein. Dieser gehört zwar zu den Einkeimblättrigen, hat aber ein .

Baumähnliche Formen finden sich hauptsächlich in rund 50 höheren Pflanzenfamilien. Dagegen fehlt die Baumform bei Algen, Moosen, n, Iridaceae, Hydrocharitaceae, Orchideen, Chenopodiaceae, n und meist auch bei den Convolvulaceae, n, Cucurbitaceae, n, Saxifragaceae, Papaveraceae, Ranunculaceae oder Caryophyllaceae.

Bäume kommen heute innerhalb der Nacktsamer (Gymnospermae) einerseits in Form der Ginkgoopsida mit der Art Ginkgo, andererseits der nadelblättrigen Nacktsamer (Coniferopsida, ?Nadelbäume?) vor. Dominiert werden die Arten vor allem von der Ordnung Pinales mit den Familien Pinaceae (Fichten, Kiefern, Tannen, Douglasien, , ), Cupressaceae (Zypressen, Scheinzypressen, Sumpfzypressen, , Wacholder, ), Podocarpaceae (Steineiben, Harzeiben), Araucariaceae (Araukarien, ), Taxaceae (Eiben) und Cephalotaxaceae (Kopfeiben).

Viele Baumarten kommen aber auch innerhalb der Bedecktsamer (Angiospermen) vor. Die verschiedenen Unterklassen haben hier unterschiedliche Laubbaumtypen hervorgebracht. Zu den bedeutendsten gehören die Buchengewächse (Fagaceae), zu denen neben den Buchen (''Fagus'' spp.) auch die Eichen (''Quercus'' spp.) und die Kastanien (''Castanea'') gezählt werden. Ebenfalls bedeutend sind die Birkengewächse (Betulaceae) mit den Birken und Erlen sowie die Nussbäume (Juglandaceae), die Ulmen (Ulmaceae) und die Maulbeergewächse (Moraceae). Zu den Rosiden zählen die Linden aus der Familie der , die Obstgehölze aus der Familie der (Rosaceae) sowie die Leguminosen (Fabales) mit sehr zahlreichen, vor allem tropischen Arten. Neben der Gattung ''Dalbergia'' (Palisanderbäume) gehört auch die Gattung ''Robinia'' in diese Gruppe. Wirtschaftlich bedeutsam sind die Zedrachgewächse (Meliaceae) mit den Gattungen ''Entandrophragma'' (Mahagonibäume) und ''Cedrela'' sowie die Familie der Dipterocarpaceae mit der Gattung ''Shorea'' (Meranti, Bangkirai).

Die besonderen Merkmale der Bäume

Morphologie baumförmiger Lebensformen

Baumartige Lebensformen zeigen eine große Variationsbreite in ihrem Aufbau (Morphologie). Assoziiert wird mit dem Begriff ''Baum'' der Aufbau aus Baumkrone, Baumstamm und Baumwurzeln. Bei den baumartigen Farnen und den meisten Palmen finden sich einfache Stämme, die keine Äste ausbilden, sondern schopfartig angeordnete, häufig gefiederte Blätter. Vor allem zeigen sie kein sekundäres Dickenwachstum und sind damit keine echten Bäume.

Wachstum

Bei den echten Bäumen wächst aus dem ) unterdrücken die Aktivität der Seitenknospen. Bei vielen Baumarten lässt diese Dominanz des Haupttriebs mit dem Alter nach und es bildet sich eine typische, verzweigte Laubbaumkrone.

Bei anderen Gehölzen wie der Buche oder der Hainbuche übernimmt eine subterminale Seitenknospe die Führung (Sympodium). Bei Bäumen entsteht so eine aufrechte ?Scheinachse? (Monochasium). Im späteren Verlauf lässt die Dominanz der führenden Knospe nach und aus weiteren Seitenknospen entwickeln sich stärkere Äste, die schließlich eine Krone bilden. Dies geschieht meist früher als bei Bäumen mit monopodialem Wuchs.

hingegen sind durch das völlige Fehlen der apikalen Dominanz gekennzeichnet. Zahlreiche bodenbürtige Seitentriebe bilden hier eine weit verzweigte Wuchsform.

Bei Gehölzen bildet sich an den Wuchsachsen während der Vegetationsperiode je ein Triebabschnitt (Jahrestrieb), dessen Beginn lange an den schmalen ringförmigen Blattnarben der ehemaligen Knospenschuppen erkennbar ist. Ein weiterer Austrieb nach der Vegetationsperiode wird als Johannistrieb (Prolepsis) bezeichnet. Tropische Arten neigen zu mehrfachem Austrieb.

Alter

Aus der Zahl der Jahrestriebe und dem Grad der Verzweigung lässt sich das Alter eines Astes ermitteln. Diese Altersbestimmung wird jedoch bei zahlreichen Arten (zum Beispiel Fichte oder Tanne) und regelmäßig bei älteren Bäumen durch die Ausbildung von sogenannten Proventivtrieben erschwert, die aus ?schlafenden? Knospen austreiben. Die regelmäßige Bildung von Proventivtrieben wird als Reiteration (sprich: Re-Iteration) bezeichnet. Diese Wiederholungstriebe dienen der Erneuerung der Krone und verschaffen Bäumen die Möglichkeit, alternde Äste zu ersetzen sowie auf Stress (Schneebruch, Insektenkalamitäten) zu reagieren.

Bäume können ein Alter von mehreren 100 Jahren, an bestimmten Standorten sogar von mehreren 1000 Jahren erreichen. Als ältester Baum der Welt gilt (Stand: 2008) die 9550 Jahre alte Fichte Old Tjikko im im mittelschwedischen Bezirk Dalarna. Unter dieser Fichte wurden drei weitere ?Generationen? (375, 5660 und 9000 Jahre alt) mit identischem Erbmaterial gefunden. Die Zahl der über 8000 Jahre alten Fichten wird auf etwa 20 Stück geschätzt. Damit ist die Fichte rund doppelt so alt wie die nordamerikanischen Kiefern, die mit 4000 bis 5000 Jahren bislang als die ältesten lebenden Bäume galten. Die nachweislich ältesten Bäume Mitteleuropas werden auf etwa 600 bis 700 Jahre datiert.

Wächst der Baum unter im Jahresrhythmus schwankenden klimatischen Bedingungen, wird während der Vegetationsperiode ein Jahresring angelegt. Mit Hilfe dieser Ringe lassen sich das Alter eines Baumes und dessen Wuchsbedingungen in den einzelnen Jahren ablesen. Die Dendrochronologie nutzt dies, um altes Holz zu datieren und das Klima einer Region bis zu mehreren 1000 Jahren zu rekonstruieren.

Baumschädigungen

Seine Entwicklung bringt für den Baum zahlreiche Probleme und Schädigungen mit sich. Hierunter fallen vor allem:
  • Pilzbefall,
  • Insektenschaden,
  • Windbruch (Baumteile brechen ab),
  • Windwurf (der Baum wird mit den Wurzeln aus dem Boden gehebelt),
  • Schneebruch (Baumteile unter schweren Schneelasten brechen ab),
  • Blitzschaden (Stammteile werden abgesprengt),
  • Frost (Trockenschaden durch Transpiration bei gefrorenem Boden, Stammrisse).
Bei Jungbäumen kommt es insbesondere zu:
  • übermäßigem Wildverbiss,
  • der Rinde,
  • Wühlmausschaden an der Wurzel.

Einige wichtige Krankheiten, von denen Bäume befallen werden können, sind Brand, Krebs, Rost, Mehltau, Rotfäule, Weißfäule, Braunfäule und Harzfluss. Zu Missbildungen an Bäumen zählen die , die Hexenbesen oder Wetterbüsche sowie die Gallen.

Aufbau des Baumstammes

Filmografie

  • ''Deutschlands älteste Bäume.'' Dokumentation, 45 Minuten. Ein Film von Jan Haft. Produktion: Bayerischer Rundfunk, Sendung am 23. April 2007.
  • '', am 26. März 2007.

Literatur

Einführungen/Übersichten

  • Horst Bartels: 1. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-8252-1720-4 (Hervorragende Einführung, bestehend aus einem systematischen Teil und einem Wörterbuch der Dendrologie).
  • Helmut Josef Braun: 4. Auflage. Rombach, Freiburg 1998, ISBN 978-3-7930-9184-4 (Allgemeinverständliche und reichhaltig illustrierte Einführung in Baumanatomie und -physiologie).
  • Alex L. Shigo: ''Die neue Baumbiologie. Fachbegriffe von A bis Z.'' Haymarket Media Verlag Bernhard Thalacker, Braunschweig 1990, ISBN 978-3-87815-022-0 (Darstellung des Kompartimentkonzepts und der Wundreaktionen von Bäumen, zahlreiche Abbildungen).
  • Claus Mattheck: ''Design in der Natur ? Der Baum als Lehrmeister.'' 4. Neuauflage. Rombach, Freiburg im Breisgau / Berlin 1997, ISBN 978-3-7930-9470-8 (Einführung in die Baummechanik).
  • , Hans Joachim Schuck, Bernd Stimm: 1. Auflage. ecomed, Landsberg/Lech 1992, ISBN 978-3-609-65800-1.
  • Dietrich Böhlmann: Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2009, ISBN 978-3-494-01420-3.

Bestimmungsbücher

  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: ''Flora der Gehölze, Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung.'' 2. Auflage. Ulmer, Stuttgart 2006, ISBN 3-8001-4832-3 (Die aktuelle und zugleich umfassendste Gehölzflora, mit einem Winterbestimmungsschlüssel von Bernd Schulz).
  • Ulrich Hecker: ''BLV Handbuch Bäume und Sträucher.'' BLV, München 1995, ISBN 3-405-14738-7 (Bestimmungsbuch und Nachschlagewerk in einem).
  • Alan Mitchell, John Wilkinson, Peter Schütt: ''Pareys Buch der Bäume. Nadel- und Laubbäume in Europa nördlich des Mittelmeeres.'' (''The Trees of Britain and Northern Europe''). Paul Parey, Hamburg / Berlin 1987, ISBN 3-490-19518-3.

Kulturgeschichte

  • Federico Hindermann (Hrsg.): ''Sag' ich's euch, geliebte Bäume... ? Texte aus der Weltliteratur'', Manesse Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-7175-1672-8.
  • Alexander Demandt: ''Über allen Wipfeln. Der Baum in der Kulturgeschichte.'' Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-13501-1.
  • Doris Laudert: ''Mythos Baum. Was Bäume uns Menschen bedeuten. Geschichte, Brauchtum, 30 Baumporträts.'' BLV, München 1998; Neuauflagen ebenda 1999 und 2001, ISBN 3-405-15350-6.
  • Graeme Matthews, David Bellamy: ''Bäume. Eine Weltreise in faszinierenden Fotos.'' (''Trees of the World.'') BLV, München 1993, ISBN 3-405-14479-5.
  • Gerd und Marlene Haerkötter: ''Das Geheimnis der Bäume. Sagen ? Geschichte ? Beschreibungen.'' Eichborn, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-8218-1226-5.
  • Fred Hageneder: ''Die Weisheit der Bäume. Mythos, Geschichte, Heilkraft.'' Franckh-Kosmos, Stuttgart 2006, ISBN 3-440-10728-0.
  • Klaus Offenberg: ''Das Jahrtausendtreffen: Ein Baummärchen.'' Agenda Verlag, 2011, ISBN 3-89688-437-9.

Weblinks

  • Schaubild zum Aufbau eines Baumstamms
  • Baum des Jahres
Informationen über verschiedene Baumarten:
  • Baumliste
  • 680 Tree Fact Sheets, University of Florida (englisch)
  • GlobalTreeSearch, Botanic Gardens Conservation International (BGCI) (englisch)
Informationen über seltene mitteleuropäische Baumarten:
  • Baumregister (Deutschland)

Einzelnachweise